Samstag, 14. Februar 2009

Schnitzel um Schnitzel

Donnerstag, der Tag der unser Wochenende einleitet, hatte mal wieder so einiges zu bieten.

Die WG lud zum Schnitzel und Kartoffelsalat fassen ein und viele folgten dem Ruf aus dem interessanten Brooklyn.
Schon am Mittwoch begann eine Heidenarbeit:
Fleisch für mehr als zehn Mäuler musste gekauft, getragen und verarbeitet werden.
Da die stets besorgte Vermieterin ihre "IM" Tätigkeit unter uns abgeschlossen hat und wieder woanders wohnt, konnte das Klopfen dieses Mal nach drinnen verlegt werden. Nach dem ich ca. 20 Stücke Fleisch von teils sehr widerwärtigen blutigen Fettfurunkeln entfernt hatte, packte ich sie und schlug mit dem Topf auf sie ein. Schon nach dem zweiten Hieb ging leider unser Schneidebrettchen zu Bruch und so musste der Küchenboden als Schlachtfeld herhalten. Fachmännisch verpackt in Gefrierbeutel durch meine emsigen Küchenkollegen, knallte der Topf wieder und wieder auf das nun essbare Fleisch. Während ich mir die Hände wund kloppte, versorgten die anderen Köche das Fleisch und machten es bettfertig für den nächsten Tag.
Noch während des Klopfens klopfte es an der Tür. Diesmal war es nicht die verehrte Vermieterin, sondern die werten Franzosen die über uns wohnen. Diese wollten gerade das Haus verlassen und erkundigten sich im Vorbeigehen über den doch immensen Geräuschpegel.
An sich nichts verwunderliches, hätten die Franzosen nicht den Hang dazu, mitten in der Nacht sehr laute und unerklärliche Geräusche zu produzieren. Wir vermuteten, dass sie wohl Nachts entweder eine Bowlingbahn oder eine Curlinganlage in die Wohnung bauen und diese danach täglich bzw. nächtlich ausgiebig ausprobierten.
Ihre mögliche Angst vor einem "Fall Gelb" konnten wir jedenfalls lösen und endlich weiter arbeiten.

Nacht.
Tag.
Uni.
Abend.

Es war soweit. Als die ersten Gäste den Weg zu uns schon gefunden hatten, mussten die letzten und noch schnell nachgeorderten "Pork Cuts" noch zu servierfähiger Nahrung verarbeitet werden bevor es daran ging, die Küche Einsatzbereit zu machen.
Unsere 2 Pfannen, von der eine eine Ölschluckende Kuhle hat, mussten mit Öl gefüllt und auf Hochtouren angeheizt werden.
Jetzt musste im Akkord und schnell gearbeitet werden.
Während zu meiner Linken ausgepackt wurde wie wild und ich wie der Blitz panierte, musste der dritte im Bunde braten und wenden und die fertigen in den Ofen hiefen, damit sie schön warm blieben.

Zu erwähnen ist noch die Leistung unserer Kartoffelsalatproduzenten. Mehrere Netze größter Kartoffeln wurden geschält, gekocht, geschnitten und mit feiner S0ße versetzt.

Es konnte irgendwann endlich gegessen werden und eine längere Schlange erwaretete ihre Schnitzel. Nach dem alle mit Fleisch und Salat versorgt waren, setzten sich alle zehn anwesenden Damen ins Wohnzimmer und aßen. Ein unglaubliches Bild mit unglaublicherem Ton:
Es fiel kein Wort. KEINS! 10 Frauchens saßen einfach da und schwiegen.

Der Abend verlief im weiteren so, dass einige tranken und andere auch. Manch einer beteiligte sich auch an einem amüsanten Trinkspiel, bei dem ich mir das Mischen von Bier, billigstem Rotwein mit Eiswürfeln und Vodka besser gespart hätte. Aber nun gut, so ist das nun mal in Trinkdiktaturen. Es wird getrunken was der Chef befiehlt, wer nicht spurt kommt ins Gulahg der Systemverweigerer.

Ins Guhlag musste keiner und die letzten gingen erst sehr spät, weswegen der Freitag leider ausfallen musste.

Trotzdem war es ein netter Abend und wenn keiner gelogen hat, dann hat es allen sehr gut geschmeckt und alle wurden satt. Die meisten von einem, so dass wir Herren der Evolution uns 4 Fleischlappen in die Organe quetschen konnten.
Eine nette Eigenschaft eines nicht genannten WG-Bewohners machte sich im Laufe des Trinkens bemerkbar: Mit fortschreitenem Alkoholkonsum, steigt der Drang nach einer aufgeräumten Wohnung was sich dadurch äußert, das ein Jemand anfängt wirklich aufzuräumen.

Es ist übrigends noch Bier da!

2 Kommentare:

  1. Hallo John,

    jetzt habe ich schon die ganze Woche gewartet auf einen neuen Beitrag, endlich heute wieder was drin.

    Na da habt Ihr ja ganz schön gezaubert mit den Schnitzeln, ein Tip zum flachklopfen, nimm eine Flasche, aber eine leere, dann bitte auf der Arbeitsplatte.

    Hatten die Franzosen Angst, daß Ihr eine handfeste Boxveranstaltung abhaltet???

    So sind se die Franzosen, selber boulen und andere beobachten.

    Wer wollte denn bei Euch unbedingt aufräumen mitten in der Nacht, sag bloß nicht das das meine Tochter war, kann ich mir absolut nicht vorstellen.

    Hier in Deutschland bäumt sich der Winter nochmal ganz schön auf, Minustemperaturen und Schneeregen, na ja kann ja nur besser werden.

    Biathlon haben wir gestern bei den Damen Gold und Silber geholt und heute wieder die Damen Silber. Die Männer liefen unter den ersten 30.

    Bundesliga, Hoffenheim hat gestern 1:4 verloren, tat mir richtig leid, dafür hat Herta Bayern geschlagen in Berlin, jetzt sind die Berliner an der Spize der Tabelle.

    In diesem Sinne einen wunderschönen Sonntag und weiter so

    liebe Grüße

    Mama Nadine

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  2. Guten Tag!

    Nein, sie war es wieder nicht. Der Topf eignete sich gut, hat er doch eine sehr große Fläsche. Den Rat mit der Flaschewerden wir aber bestimmt mal ausprobieren, denn einen Fleischhammer gibt es hier wohl nirgendwo!

    Vielen Dank übrigends für die regelmäßigen Kommentare, auch wenn Berichte in denen mit der "TSG 18 €uro 99 Hoppenheim" sympathisiert werden vielleicht nicht meine Zustimmung finden ;-)

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