Freitag, 30. Januar 2009

Kleiner Nachzug






Man siehe mir bitte jede Enttäuschung nach die dadurch entstehen musste, dass der letzte Eintrag nun schon eine ganze Woche zurückliegt und eure tägliche Vorfreude mit dem Anwählen dieser sich nicht verändernden Seite arg gedämpft und dabei dennoch irgendwo vergrößert wurde.

Letzten Donnerstag, am 22. Januar, zogen wir aus, um erneut das Neu Yorker Nachtleben zu bereichern.
Irgend(s)wer stieß bei der Selektion der Lokalitäten auf eine
Örtlichkeit mit dem Namen "Webster Hall", wo an besagtem Tage "Ladies Night" das Motto des Abends darstellte. Ernüchterung.
Zwar hat so ein Motto auch eine gute Seite, heißt jedoch, dass es wieder einmal an uns war überteuerten Eintritt zu bezahlen, während das andere Geschlecht einen Bogen um die Kasse machen durfte - klarer Fall von Rassismus!
Man(n) wägte also nun ab und zog dazu unter Anderem das gute Internet zu Rate, um sich Urteile vorangegangener Besucher anzusehen.
Nie zuvor stieß ich dabei auf derart weit auseinandergehende Meinungen.
Die Palette reichte vom "besten Club der Welt" und "most-rockin Place in town" bis hin zu vernichtenden Urteilen die sich über das dort verkehrende Proletariat echauffierten oder von prügelnden Türstehern und von "several Fights" in der Silvesternacht berichteten. Für viele war es einfach der schlimmste Ort an dem sie jemals waren, wobei diese Leute wohl noch nie in der Leverkusener BayArena oder in England waren.
Man rang sich also durch und traf sich nach dem Genuß amerikanischen Dosenbiers zum weiteren Vorfreuen in der Wohnung zweier Mitstreiterinnen in Downtown.
Nach dem Zusammenschluss und dem Ausgehen sämtlicher Getränke die man hier erst ab 21 Jahren kaufen darf, zog man in Gruppenstärke gen Webbster Hall. Zum Glück war die Schlange sehr kurz und man durfte direkt seine 20 USD abgeben. Der Eintritt war zwar nicht sehr billig, aber dafür waren die Garderobe und die Getränke sehr teuer. 4 $ pro Kleidungsstück, weshalb ich mich entschloss meine dünne Kapuzenjacke die ich unter meiner anderen Jacke trage zu behalten. Damen mussten also für ihre Handtasche + Jacke +Unterziehjacke satte 12$ latzen.

Bier 7$ und Longdrinks in Fruchtzwerggröße für 9$ zwangen einen also das Trinken an die umliegenden Supermärkte zu verlegen. Da öffentliches Trinken nicht erlaubt ist, riskierte man sogar noch eine saftige Geldstrafe und so beließ ich es für meinen Teil bei einer weiteren Dose.

Die Disco erstreckte sich über 4 verschiedene "Floors" wobei ich jedoch nur 2 ausmachen konnte.
Einen "Mainfloor", wo Rap und ähnliche zweifelhafte Erzeugnisse zeitgenössischer Musik liefen und wo man dank fehlender Lichtquellen und vieler Besucher mit lichtabsorbierender Hautfarbe kaum sehen konnte und ein kleiner Nebenraum in dem elektronische Musik gespielt wurde.
Wir zogen letzteres vor und es war ein wirklich lustiger Abend, an dem man zum Teil sehr "interessante" Kleidungsmuster von sich in Ekstase tanzenden amerikanischen Frauenzimmern bewundern konnte.

Zum Teil konnte man diese Kleidungsstücke selbst als Person die wenig auf die Kleidung anderer gibt, im modischen Tschernobyl einordnen.
Naja, jedem das Seine ...Oh N*** Alarm!!

Gegen kurz vor 3am wollten wir dann in das wohl jedem Leser bekannte "zum Schneider" verlegen. Eine Handvoll tapferer Kämpfer zwängte sich in ein Taxi und dank Visitenkarte fand der Fahrer den Laden recht schnell. Leider hatte der Schneider schon zu, was vermutlich auch besser war. Man kehrte auf einen Absacker noch in einer Art Diner ein und nach einem holländischen Bier machten wir uns auf den Heimweg.
Nach dem wir uns mal wieder blöd gesucht hatten und endlich in der Subway-Station waren mussten wir dort eine ganze halbe Stunde warten, was ein Jemand zum ausgiebigen Schönheitsschlaf nutzte. Als endlich irgendeine Bahn kam, stieg man einfach mal ein. Anscheinend hatte diese Linie wohl einen extra Nachtfahrplan und nach dem sich an einer Station die Türen schlossen, fuhr der Zug einfach zurück! Wir fanden jedoch heraus, dass dieser Zug nahe einer für uns vorteilhaften Station hielt, die man zu Fuß relativ schnell erreichen sollte.

Zwar fanden wir das richtige Gleis, aber ausgerechnet um 5Uhr morgens musste unser ansonsten täglich zuverlässiger Zug natürlich ausfallen!
Als es eindeutig war, dass kein „A-Train“ fuhr, entschlossen wir uns ein Taxi zu nehmen, da es zu Fuß viel zu weit wäre.
Der russische Fahrer bot uns dann an, uns für 25 $ bis nach Hause zu bringen.
Wir nahmen an und nach einiger Zeit waren wir endlich in wieder in unserer „Hood“. Nach Stunden der Irrfahrt brannte nun der Magen vor Hunger und wir suchten noch unseren Burger-Man um die Ecke auf, der jedoch nicht mehr auf hatte bzw. waren wir gerade in den 2 Stunden da, in denen dort geschlossen ist. Am „nächsten Morgen“ war ich dafür wirklich sehr dankbar!
Genauso für das Betreten des Bettes, wieder mal viel zu spät um kurz vor sieben in der früh…

Montag, 26. Januar 2009

Punkt .


Nach 2 Wochen in New York möchte ich, bevor es hier selbstverständlich weitergeht, schon mal allen danken, die bislang diesen Blog aufmerksam verfolgt haben.

Ich hoffe es hat euch bislang gefallen und ich, aber auch die anderen, freuen uns über jeden Leser den einer von euch gewinnen konnte.

Desweiteren freue ich mich über jeden Kommentar und über jede E-Mail, die mir aus der Heimat zugeht! Schreckt also nicht davor zurück, eure Meinungen, Wünsche und Anregungen hier zu lassen.

Auf weitere schöne 10+ Wochen, die New Yorker Zelle!

Freitag, 23. Januar 2009

Stramm gen 30 und zur Abwechslung mal ins College

Unsere 2 DamInnen in d´r uni!




Unsre Schullklass!

Et Jebotsdachskind


un ene Luftballon



Am 20. Januar 2009 gab es in den Vereinigten Staaten von Amerika mindestens drei Ereignisse von größter Wichtigkeit!


1. hatten wir unseren ersten richtigen Tag im Berkeley College

2. mein Geburtstag

und selbstverständlich drittens, was soll es Anderes sein?
Wir waren bei Macy´s in der Krawattenabteilung!! Ca. 100 qm² nur Krawatten!

Der Tag begann jedoch schon früh, hörte dann spät auf und begann wieder früh wonach er dann irgendwann vollends zu Ende war. Aber der Reihe nach:


Als es noch Montag war, also der 19. Januar, war es in der deutschen Heimat bereits Dienstag, also der Zwanzigste. Ich ward ganz überrascht, hatte ich zu Hause ja schon Geburtstag, während ich mich dem in Brooklyn jedoch noch verweigern konnte, sollte und irgendwie ja auch musste.


Zum warm werden kam, überraschender Weise, der große Eimer frittierter Geflügelflügel auf den Tisch, was nach gut 10-tägiger Indoktrinierung durch die amerikanische Fernsehwerbung relativ sicher irgendwann passieren musste. Ich weiss nicht, wie viel dieses Produkt kulinarischen Abgrunds, das man aufgrund seiner perversen Art von Genuss (welcher schon für bestimmte Zeit vorhanden ist) irgendwie lieben muss - obwohl es Allem widerspricht, was man eigentlich gut finden müsste - gekostet hat, aber zum Appetit anregen war es genau das Richtige! Und selbst, wenn für diesen Berg von in Teig erschlagenem Gammelhähnchen, ein horrend großer Betrag Geld den Besitzer hätte wechseln müssen, so hätten die strahlenden Gesichter der Überraschten jeden Preis gerechtfertigt!


Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, welche Köstlichkeit uns danach beglücken durfte, aber die Zeit marschierte im Eilschritt Richtung Mitternacht, so dass man schon mal die Stiefel schnürte. Die brauchte man auch, um durch den Schnee die gut 30 Meter zum arabischen 24 Stunden "Kiosk" zurückzulegen. Aber was tut man nicht alles für ein Sechserpack amerikanische Allerweltsplörre, zu Mal, wenn Oma damals 2000 Meilen täglich durch 2 Meter hohen Schnee barfuß zur Schule gehen musste, in der 3oo Kinder und Erwachsene in einer Klasse waren und das ohne Heizung und ohne Gameboy, dann schafft man auch diesen Weg irgendwie, so schwer es auch fällt!


Pünktlich zum Tageswechsel an der amerikanischen Ostküste wurde dann unser nettes Wohnzimmer schön abgedunkelt und es wurden Törtchen mit Spasskerzen aufgetischt.Neben der Gesangeseinlage mit dem obligatorischen "Happy Birthday", bei dem man sich immer
wieder fragt, wieso der Menschheit in all ihrer ganzen fortschrittlichen Weisheit noch keine Ablöse für dieses Lied gelungen ist, gab es für das Geburtstagskind einen sehr schönen Orden und Bettwäsche mit dem Abbild des "unglaublichen Hulk". Unglaublich!


Der sehr nette Abend klang, eigentlich viel zu spät, gegen knapp 3am aus, als auch die letzte Dose "Bud" zerdrückt ihren unvermeidlichen Weg in den Müll gefunden hat.

Der gleiche Tag, nur im Hellen führte uns dann zum zweiten, in Zahlen 2. Mal, ins Berkeley College.
Mein Kurs, geschmückt mit dem wundervollen Namen "New Product Development" (mmmhh... ein Name wie Erdbeeren mit Sahne) wurde von einer Professorin mit gelben (??) Schweissrändern, irgenwelchen Tattoos und Zungenpiercing gehalten. Ihr harter amerikanischer Akzent und das typisch laute und einfach sehr amerikanische Gerede war zwar recht unterhaltsam, wurde aber dank einer Heizung auf Vollgas mit jeder Minute anstrengender.

Die Heizung war so heiß, dass ich mich nach (wem immer auch sei Dank verfrühtem) Ende der "Class" an meiner auf der Heizung abgelegten Jacke fast verbrannt hätte.
Fast schon Pflicht für jeden modernen "Studenten" ist es ja, in jedem Kurs irgendwas zu präsentieren, was man vorher mit seiner Gruppe "geresearcht" hat. Was früher mal willkommene Abwechslung war, ist mittlerweile derart inflationär verbreitet, dass man sich teilweise einfache Frontalvorlesungen oder normale Diskussionsrunden zurück wünscht.

Gut, es war ja schon bald zuende und man entschloss sich, ein wenig durch Manhattan zu ziehen, dass um die frühe Nachmittags erstaunlich ruhig sein kann.
Nach dem Besuch einer sehr guten Pizzeria neben dem Berkeley College Führerbunker und eines Bürobedarfsgeschäftes musste man noch zu Macy´s, dem Kaufhaus - bekannt aus Funk und Fernsehen.

Man könnte wohl mit all den Klamotten die dort herumliegen Afrika zwar nicht ernähren, aber zumindest sehr chic einkleiden. In einer der Herrenabteilungen gibt es zwar knapp 123.852 Krawatten in jeder möglichen (und unmöglichen) Farbe, jedoch keine Bücher. Also fuhr man mit der ältesten Rolltreppe (aus Holz) bis ganz nach oben um feststellen zu müssen: Macy´s verkauft keine Bücher!

Die Überraschung kann ich vorweg nehmen, wir haben es überlebt. So gerade noch!

Zuhause machten die Damen des Hauses noch einen Auflauf, ansonsten endete mein 23. Geburtstag, nach dem ich nun mit 22 Jahren stramm auf die 30 zugehe damit, dass Ugarte von den Schergen Renaults verhaftet wurde um... nein...Moment... das war in "Casablanca", wir guckten Fernsehen, das war alles. Ja genau, wir guckten einfach nur Fernsehen!Ganz normal, nur dass einer ein Jahr älter wurde.

Zufällig wurde an diesem Tag, mit ein paar kleinen Problemen ein neuer amerikanischer Präsident vereidigt.
Die generell ein wenig aufgedrehten amerikanischen Freunde scheinen davon so begeistert, dass sie noch mehr rumlaufen wie 9 Jährige Pänz, die sich an Salvatores extra-starkem Espresso gelabt haben.
Das Trara, das hier um solche Geschichten gemacht wird, auch das offizielle Protokoll, scheint zunächst sehr überzogen, aber eigentlich wünscht man sich ab und an auch bei uns ein wenig mehr Identifikation mit den eigenen Farben, mal eine schöne Parade oder mehr öffentliche Auftritte des Wachbattalions, was aber wohl noch zu "Autobahn" wäre.


Verstärkt dadurch, dass der neue Präsident ein halber Schwar...nein farbig, entschuldigung ein wenig mehr maximal pigmentiert, aber nicht ganz...halt Sub-Sahara, also halt anders, aber gleich natürlich. Also die Eltern sind halt woanders her und der ist halt so als wenn ich im Schatten stehe... ihr wisst schon was ich meine.
Furchtbar diese Political Correctness!!
Amerika hat nun also endlich seinen halb-schwarzen Hoffnungsträger, mal sehen was es bringt. Toll anhören tut es sich ja schon mal ;-) Der ein oder andere "deutsche" Gutmensch wird sich aber vermutlich noch wundern!


Bis in Bälde und Gruß in die Heimat, vor Allem nach Köln!

Montag, 19. Januar 2009

Schnitzel wie bei Oma im fernen Amerika...











Vor knapp einer Woche wollte ich mir und meinen "Fellows" frittierten Ziegenkäse an Essig+Öl servieren und kaufte Paniermehl.
Nun, am gestrigen Sonntag sah ich im Supermarkt ganz ordentliche Pork Cuts und war sofort erpicht darauf, einen schönen Schnitzelabend zu veranstalten.
Gegen frühen Abend begann ich, mit tatkräftiger Unterstütung der anderen Insassen, das Abendmahl vorzubereiten.
Zunächst filettierten wir das Fleisch und verpackten es in Klarsichtfolie.
Denn jeder weiss, daß ordentliche Schnitzel noch ordentlicher geklopft werden müssen!

Da es in unserem Inventar natürlich keinen Fleischklopfer gab, musste ich leider einen Topf nehmen, was einen immensen Lärm verursachte und nach knapp 2 Minuten dazu führte, das unsere ständig in Sorge lebende Vermieterin verängstigt auf dem Treppenabsatz stand und ungläubig auf unsere Wohnungstür starrte.
Weil ich aber Schnitzel nur dünn in meine Pfannen lege, verlegte ich mein Handwerk auf den Balkon, der natürlich zur Straße gebaut ist.
( siehe Video demnächst)

Auch dort dauerte es kanpp 2 Minuten bis die Vermieterin unten vor der Haustür auftauchte und ganz verwundert fragte, "what da hell" wir da tun würden. Als ich sie mit den Worten "Oh, we´re just cooking" beruhigte verschwand sie jedoch lächelnd im Hause und ich konnte endlich meiner Arbeit nachgehen.
Als ich endlich alle dünn hatte, kamen sie - schön paniert - in die Pfanne und bruzzelten vo sich hin. In der Zwischenzeit konnte das andere Küchenpersonal den Tisch decken, Nudeln aufsetzen und Salat machen.
Schon bald darauf war alles hergerichtet und man konnte gemeinsam das Abendessen bestreiten. Von den Nudeln über den Salat bis zu den Schnitzel war wirklich alles perfekt gelungen und man genoss es, endlich mal wieder eine ausgewogene Mahlzeit auf dem Tisch zu haben. Zusammen mit unserer neuen Blumentischdecke, war es ein schöner Sonntagabend in unserer immer wohnlicher werdenden Wohnung und wenn man die Äuglein schloss und das Schnitzel schmeckte und sich der Duft der Schnitzel in den Nasen verteilte, war es wie ein Sommer bei Oma.
Auf dem Landgut, am Tisch unter der großen Eiche bei den Großeltern in Ostpreußen.


;-)


Nach dem Essen setzten wir uns wieder gemeinsam ins Wohnzimmer und schauten "The Day after Tomorrow".
Als wir später noch immer nicht genug von Cineastischen Ergüssen hatten, schoben wir noch den fünften Teil der "SAW"-Reihe nach. Aber wer jetzt denkt, dass wäre schon der gruseligste Teil unseres Abends gewesen, der hat noch nicht den "Gina-Lisa-Film" gesehen.
DAS ist an Horror kaum zu überbieten, ausser meine ganze "Class" stimmt morgen für mich Happy Birthday an, das könnte schon am Throne kratzen!


Herzlichst, eure Neu Yorker!

Zwischenmahlzeiten für alle Gelegenheiten











Und so sehen unsere liebsten "american Kleinigkeiten" aus...

Zutaten: Zucker, Fett und Zucker.
Aber unglaublich lecker!

Bohneninferno und Gourmetküche











Da das amerikanische Speisenangebot, so lecker es auch ist, auf Dauer den (deutschen) Körper innerlich und äußerlich verfallen lässt, beschloss man an den Abenden des Wochenendes zu kochen.
Im nahegelegenen Keyfood Supermarkt kaufte man üppig ein, um verschiedene Gerichte auf den WG-Tisch zaubern zu können.
Zunächst begannen ich und ein männlicher Mitbewohner, die Küche in einen Gourmettempel zu verwandeln.

Auf der Speisekarte sollten gegen Ende folglich folgende zwei Gerichte stehen:

Menu 1:

Hähnchenragout an Wildreis und Sahnecreme in einem Dialog mit Pellkartoffeln.


Menu 2:
Spanischer Reis mit Hüftsteakstreifen án einer Bohnensymphonie und selbstgemachter Tomaten-Chilisauce im Käsemantel, wahlweise mit grünen Pfefferonen.
Es wurde gehackt, geschnitten, filetiert, gerührt, geschählt, gebraten, gekocht, gewürzt und abgeschmeckt.
Eine Höllenarbeit, aber nach knapp anderthalb Stunden waren beide Menues fertig. Für die Damen des Hause gab es dann noch Reis mit Rattatouille und man konnte sich endlich daran machen, das eben gekochte zu verkosten. Und wie nicht anders zu erwaten, schmeckte es wirklich außegewöhnlich gut und alle wurden mehr als satt! Nun gut, der üppige Käse auf dem mexikanischen Gericht war doch ein wenig zu viel des Guten, da er wirklich sehr stopfte und man doch leichte Schnappatmung bekam, aber man gönnt sich ja sonst nichts.
Vor Allem die selbtsgemachte Sauce war wirklich gut gelungen und verpasste dem Ganzen einen schön pikanten Hauch lateinamerikanischen Feuers. Wonderbra, zumal das ganze schön mit Dosenbier gespült wurde.

Man konnte sich danach gemeinsam vor die Glotze legen und gemeinsam "Terminator 3" anschauen. Wieso in aller Welt nach dem dritten Teil auf dem gleichen Sender der zweite Teil "JudgementDay" kam, konnte sich mir bis jetzt nicht erschließen, aber viel wichtiger war es auch, dass nun endlich der Nachtisch rein ging: Yoodles und Boston Creme Rolls (der Himmel auf Erden!!) aus dem Supermarkt. Sechs Stück für 99 cent (!!), unschlagbar!
Kurze Zeit später ging dann auch wieder unser Nachoteller, mit Käse überbacken. Vorzüglich!

Vermutlich werden auf die ca. 74 Kilo die ich mitgebracht habe mindestens 10 weitere draufkommen! Watt willste maache...


;-)




Sonntag, 18. Januar 2009

Von japanischer Karaoke und kölschem Bier
















Nach dem Besuch des französischen Restaurant, folgten wir dem Hinweis unserer "Divisionsleiterin" (das heisst wirklich so!) und fuhren zur 38. Straße, wo es in einer Bar eine Happy-Hour geben sollte.
In den durstigen Köpfen wurden schon die Cocktailkarten und Longdrinklisten durchgegangen, als man feststellen musste, das in dieser asiatischen Karaokebar die Happy-Hour (von 16-19Uhr) nur für Bier und Wein gilt.
Besser als nichts´war also das Motto und schon stöberte man in der kleinen Karte nach dem passenden Nachmittagstrunk.
Die Auswahl an Bier vum Faß war recht überschaubar und so fiel meine Wahl auf "Harp Lager" in der 400ml Version, was sich als sehr gute Wahl herausstellte.
Leider konnte die japanische Kellnerin sich nicht ánnähernd mit einem deutschen Kellner oder gar einem Köbes messen, weshalb man stets an der Theke für Nachschub sorgen musste.
Ein Glas dieses ´Bieres kostete übrigends ca. 3,30$ was ungefähr 2,50€ sind. Eigentlich ein guter Preis.
Da jedoch das Tempo der Bierlieferungen zu wünschen übrig ließ, ging man zu Phase II über: Dem Pitcher. Der Pitcher sollte eine gute Wahl werden, da nun, während in Villa Riba noch an der Theke gestanden wurde, in Villa Bajo schon wieder gefeiert wurde.
Das Niveau der Sangeskünste war durchweg auf gutem Niveau, vor Allem die Japaner am anderen Ende der Theke zeigten, wer der wahre Meister auf diesem Gebiet ist.
Böse wurde es erst, als irgendwer auf den Trichter kam, dass wir 4 Jungs eine nette Combo wären, die den mittlerweile sehr vollen Laden mit Karaoke bereichern sollten.
Ich weiss nicht wer es war, aber es war gut, daß jemand von Aqua das Lied "Barbiegirl" aussuchte, da man dieses nicht wirklich singen brauchte. Die ganz hohe Kunst war es vielmehr, den Part des lustigen Glatzkopfs so tief und den Teil der Barbie so hoch wie möglich nach draussen zu schreien. Nach knapp 4 Minuten war der Spass jedoch vorbei, sprechen oder gar singen konnte nach diesem Stimmwechselinferno jedoch sowieso keiner mehr.
Keine Ahnung wieso, aber der letzte Drink in diesem Laden sollte ein doppelter Tequila werden bevor man auszog um ein "German Pub" zu suchen. Immerhin war es schon kurz nach 7pm und der trinkwütige Deutsche gibt sich bekannterweise nicht mit kleinen Mengen Bier zufrieden.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und mit bei minus 10Grad C fast vollständig erfrorenen Gliedmaßen erreichte man das Lokal "zum Schneider". Leider wurde uns der Zutritt verwährt, da es dort drin sehr voll war und wir immerhin mit über 10 Leuten dort aufschlugen. Immerhin durfte ich rein um das Klo aufzusuchen und konnte so feststellen, dass man zu späterer Stunde unbedingt in diesen Laden musste.

Zunächtst steuerte man jedoch eine andere Bar um die Ecke an, das "Niagara".
Ein sehr netter Laden, in dem man aber nur kurze Zeit (ca. eine Stunde) bleiben sollte.
Ich gönnte mir einen halben Liter Amstel für unschlagbare 6 Dollar (4,5o€) und einen Vodka-Redbull für 9$ (6,75€). Zumindest das Bier war zwar über deutschen Preisen, aber immerhin waren wir mitten in Manhattan, genauer in East Village. Der Vodka Redbull lag ungefähr auf deutschem Preislevel, war allerdings auch mit besten Zutaten und von guter Durchschlagskraft, es hatte sich also wenigstens gelohnt.
Im Übrigen machte sich eine weitere nette Sache bemerkbar: In Bars in denen kein Essen servíert wird, darf man sich kleine Snacks mitbringen bzw. mit rein nehmen, so daß wir über eine von einem Mittrinker spendierte Pizza herfielen konnten.

Erstal zu zweit zogen wir dann zurück zum "Schneider", in dem schon eine gute Stimmung herrschte. Im hinteren Teil des Raumes war noch eine kleine Theke mit Platz für 2 Popos und ein blick in die Bierkarte ließ uns staunen.
Es gab fast von jeder Sorte Bier einen Vertreter. Vom Hofbräu über Jever bis zum Reissdorf Kölsch.
Wir entschieden uns für die kleinste Möglichkeit, die Hofbräu Maß. 1Liter kostete 10$ was mit umgerechnet 7,50€ unter dem Maßpreis auf dem Oktoberfest liegt. Die Bedienung war auch aus Deutschland uns spendierte uns einen Korb "deutsches Brot", welches nach dem Weissbrot was man hier sonst so kaufen kann eine wahre Offenbarung war. Es war einfach unbeschreiblich lecker und wir beschlossen, beim nä. Liefertermin uns 1-2 Laibe zu besorgen.
Irgendwann stießen auch die letzten 2 anderen Überlebenden aus dem Niagara zu uns und man quatschte sich so durch den Laden, da Amerikaner sich in einer deutschen Bar anscheinend sehr über "real Germans" freuten.
Nach Rammstein aus den Boxen und noch einer Maß wurde es Zeit für ein Reissdorf. Leider vergaß ich das kleine zu bestellen, aber das war zu dem Zeitpunkt auch eigentlich völlig egal.

Irgendwann war man sowieso nur noch zu zweit und man versuchte sich auf den heimweg zu machen. Das erste Taxi wusste nicht wo die von uns angegebene Adresse war und irrte durch die Stadt, weshalb wir beschlossen, mit der Metro zu fahren.
Leider wussten wir nach der Taxifahrt nicht mehr wo wir waren und unser Zustand ließ auch kaum noch zu das man es herausfand.
Da die Temperatur mittlerweile sehr sehr weit unter Null war, rannten wir durch die Straßen auf der Suche nach einem neuen Taxi. Dieser konnte uns zwar nach Brooklyn bringen, war dort aber auch mit seinem Latein am Ende, weshalb wir wieder einmal durch die Kälte rannten und keine Ahnung hatten wo wir waren. Der nächste Taxifahrer wusste auch nicht wo wir hinwollten und wieder irrte man durch die zufrierenden Straßen Brooklyns. Da wir nun brennenden Hunger hatten, ließen wir uns von dem Fahrer der endlich Ahnung hatte nicht nach Hause, sondern an die Hauptstraße bringen. Da es aber schon fast 3am war, hatte auch hier nichts mehr auf. Ganz toll. Wieder rannte man von dort aus los in Richtung Heimat, denn 1 Block weiter von unserer Wohnung ist ein (sehr leckerer) 24/7 Burgergrill, der uns noch mit BaconCheese Burgern und Pommes versorgte und sich wohl dachte "Welche Spinner" bei ihm total Hacke um diese Uhrzeit vorbeikommen.
Endlich daheim zog man sich noch den sehr geilen Burger rein und beendete einen sehr anstrengenden und lustigen Tag "leicht angescheppert" im Bettchen...

Samstag, 17. Januar 2009

Großer Hunger, kleine Salate

Am Freitag - gegen frühen Mittag - fanden wir uns zum ersten "Pflichttermin" im Berkeley College in Manhattan ein. Nach der üblichen Einführung und einiger Verwaltungsvorgänge, stellten sich ein paar der Professoren vor.
Das Sortiment der "Faculty" reichte vom Zwei-Meter Amerikaner über die indische Frau im Zirkus-Zarazani Kleid bis zum harten Latino Professor mit geilem Hulk-Hogan Gedächtnisschnürres und Kaffeefleck auf dém Anzug.
Als wir dann endlich, nach einer halben Stunde warten im Aufenthaltsraum des College im Hauptgebäude - der unter Anderem einen 2x2 Meter Flachbildschirm mit Playstation3 und großer DVD Auswahl beheimatet - unsere gaaaannz wichtigen College IDs hatten, ging es gemeinsam auf die Suche nach einer adäquaten Mittagsverpflegung.

Schnell einigte man sich auf italianensische Küche und so zog man hinaus in Richtung Little Italy um dort einen passenden Laden zu suchen.
Nach einer kurzen Bahnfahrt erreichte man Downtown Manhattan und schnell stand man vor einem Restaurant, von dessen Besuch uns nur das Übliche "hin&her" vor der Tür trennte.
Im Endeffekt betrat dann der Großteil der Gruppe das "bleue orange", der Rest machte sich auf um ein anderes Lokal zu suchen.
Am Tisch bemerkte man dann schnell, was man sich angetan hatte! Wir schafften es tatsächlich, auf dem Weg nach Little Italy in einem französischen Restaurant hängen zu bleiben!! Französisches Restaurant!! Genau das Richtige, wenn man großen Hunger hat...
Die Tageskarte offenbarte zwar ein nettes Gegenprogramm zum Fast-Food Alltag, aber wenn man eine 40cm Durchmesser Pizza erwartet, dann ist der Salat nicht dein Freund.

Als Vorspeise konnte ich zum Glück eine von meiner Sitznachbarin verschmähte Zwiebelsuppe mit Käsebrot verhaften, die zwar zunächst recht seltsam daher kam, sich jedoch als relativ lecker herausstellte.
Die Suppe war noch ihr letztes Lied am singen, da kam schon der prächtige Hauptgang:
Mein Lalalairgendwasfranzösisches Beet Salad. Das auf der Karte "beet" statt "beef" stand, dämmerte mir so langsam, als der Teller von dem Deutschbrocken vor sich her stammelnden Chef. Nun ja, ausser der roten Beete, die ich mir aber bis zum Ende reindrückte, war es jedoch ein sehr guter Salat - angereichert mit leckerem Dressing, Walnüssen und Ziegenkäse. Satt war man natürlich nicht, aber es reichte um gut gewappnet der anstehenden Happy-Hour entgegenzutreten.

Ein guter Espresso rundete das Essen ab und mit insgesamt 13,50USD war es alles noch in halbwegs geordneten finanziellen Bahnen, wobei 10$ für den Salat günstiger waren als 3,50$ für den Espresso (auch wenn der schon doppelt war).
Immerhin hatten wir viel Spass und es war wirklich schön, das nach dem Essen der Magen einmal "Danke" sagen konnte und nicht in wilden Krämpfen sein Unbehagen äusserte, wie er es schon das ein oder andere Mal seit meiner Ankunft getan hat.
Das tat er jedoch am heutigen Morgen, nach einem sehr lustigen Abstecher ins New Yorker Nachtleben. Dazu später mehr...

Feldpost Ende

Donnerstag, 15. Januar 2009

Der Tag vor dem Tage

Nach drei Tragen des ausgiebigen Marschierens und Fahrens, gönnte man sich heute mal einen sogenannten "Gammeltag".

Zwei Tage Eroberung des "Big Apple" und ein 4,0 Meilen Marsch in ein Fitnessstudio -korrigiere Schwarzen+Latino Muckibude - forderten ihren Tribut und so genoss man auf unserem sehr bequemen Sofa den verschneiten Tag im Herzen Brooklyns.
Nur die zwei Damen des Hauses zogen hinaus und stürmten mal wieder die Kaufhäuser auf der Insel.

Morgen wird dann leider zum ersten Mal der Wecker klingeln, um uns pünktlich zum College-Einführungstag aus den Betten zu reissen. Der Wetterbericht verkündet eine Prognose von -12 Grad Celsius und gefühlte -22 Grad für New York City. Schööööönnnn!!
Nun ja...

Das an sich sehr gute und vielfältige TV-Programm musste heute leider einer Dauerberichterstattung über den Flugzeugabsturz im Hudson River weichen, konnte sich punkt jetzt jedoch wieder normalisieren.

Mal sehen was der Tag morgen bringt und was das College so hergibt... Wir rechnen mit nichts, aber erwarten das Geilste ;)

Feldpost des Amerikaexpeditionskorps.

Erste Eindrücke











Seit meiner Ankunft sind nun die ersten fünf Tage vergangen.


Schon nach dieser kurzen Zeit konnten nahezu alle meine Sorgen beseitigt werden.


Das Viertel ist zwar zu 98% Prozent "Schwarz", jedoch stellte sich dieses bis jetzt nicht als Problem oder als Gefahr dar, im Gegenteil.


Hier wird teilweise noch auf der Straße gegrüßt und selbst auf den ersten Blick seltsam erscheinende Ansammlungen einiger "Homies" gehen friedfertig ihrer Wege.


Das ein oder andere Veedel Kölns und dessen Bewohner sollten sich daran mal ein Beispiel nehmen. Eine derartige Zusammensetzung bei uns, mit den von unseren verehrten Volksvertreter betüttelten, heiß geliebten und in vollstem Umfang protegierten "Freunden" aus 1000 und einer Nacht und EU-Beitrittskandidaten wäre vermutlich weniger entspannt.



Die Wohnung ist ausreichend groß und sehr sehr gut eingerichtet.


Die Preise hier sind in Ordnung und pendeln sich mehr oder weniger auf einem Niveau ein, dass unserem entspricht. Der halbe Liter Bier kostet am 24/7 Kiosk nur knapp einen USD - was das für Konsequenzen hat, kann man sich ja vorstellen ;)








Es hat am Flughafen "Newark Liberty" in New Jersey nur 3 Minuten gedauert, bis die Standardfrage an jeden Deutsch-Deutschen gestellt wurde. Eine deutsche Militärtasche reichte schon aus! Nun ja, besser ich hätte die Frage "You are a Nazi?" mit ja beantwortet. Der ägyptische Fahrer und brennender Judenhasser hätte mich wohl umsonst gefahren ;)








Mehr später!