Freitag, 23. Januar 2009

Stramm gen 30 und zur Abwechslung mal ins College

Unsere 2 DamInnen in d´r uni!




Unsre Schullklass!

Et Jebotsdachskind


un ene Luftballon



Am 20. Januar 2009 gab es in den Vereinigten Staaten von Amerika mindestens drei Ereignisse von größter Wichtigkeit!


1. hatten wir unseren ersten richtigen Tag im Berkeley College

2. mein Geburtstag

und selbstverständlich drittens, was soll es Anderes sein?
Wir waren bei Macy´s in der Krawattenabteilung!! Ca. 100 qm² nur Krawatten!

Der Tag begann jedoch schon früh, hörte dann spät auf und begann wieder früh wonach er dann irgendwann vollends zu Ende war. Aber der Reihe nach:


Als es noch Montag war, also der 19. Januar, war es in der deutschen Heimat bereits Dienstag, also der Zwanzigste. Ich ward ganz überrascht, hatte ich zu Hause ja schon Geburtstag, während ich mich dem in Brooklyn jedoch noch verweigern konnte, sollte und irgendwie ja auch musste.


Zum warm werden kam, überraschender Weise, der große Eimer frittierter Geflügelflügel auf den Tisch, was nach gut 10-tägiger Indoktrinierung durch die amerikanische Fernsehwerbung relativ sicher irgendwann passieren musste. Ich weiss nicht, wie viel dieses Produkt kulinarischen Abgrunds, das man aufgrund seiner perversen Art von Genuss (welcher schon für bestimmte Zeit vorhanden ist) irgendwie lieben muss - obwohl es Allem widerspricht, was man eigentlich gut finden müsste - gekostet hat, aber zum Appetit anregen war es genau das Richtige! Und selbst, wenn für diesen Berg von in Teig erschlagenem Gammelhähnchen, ein horrend großer Betrag Geld den Besitzer hätte wechseln müssen, so hätten die strahlenden Gesichter der Überraschten jeden Preis gerechtfertigt!


Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, welche Köstlichkeit uns danach beglücken durfte, aber die Zeit marschierte im Eilschritt Richtung Mitternacht, so dass man schon mal die Stiefel schnürte. Die brauchte man auch, um durch den Schnee die gut 30 Meter zum arabischen 24 Stunden "Kiosk" zurückzulegen. Aber was tut man nicht alles für ein Sechserpack amerikanische Allerweltsplörre, zu Mal, wenn Oma damals 2000 Meilen täglich durch 2 Meter hohen Schnee barfuß zur Schule gehen musste, in der 3oo Kinder und Erwachsene in einer Klasse waren und das ohne Heizung und ohne Gameboy, dann schafft man auch diesen Weg irgendwie, so schwer es auch fällt!


Pünktlich zum Tageswechsel an der amerikanischen Ostküste wurde dann unser nettes Wohnzimmer schön abgedunkelt und es wurden Törtchen mit Spasskerzen aufgetischt.Neben der Gesangeseinlage mit dem obligatorischen "Happy Birthday", bei dem man sich immer
wieder fragt, wieso der Menschheit in all ihrer ganzen fortschrittlichen Weisheit noch keine Ablöse für dieses Lied gelungen ist, gab es für das Geburtstagskind einen sehr schönen Orden und Bettwäsche mit dem Abbild des "unglaublichen Hulk". Unglaublich!


Der sehr nette Abend klang, eigentlich viel zu spät, gegen knapp 3am aus, als auch die letzte Dose "Bud" zerdrückt ihren unvermeidlichen Weg in den Müll gefunden hat.

Der gleiche Tag, nur im Hellen führte uns dann zum zweiten, in Zahlen 2. Mal, ins Berkeley College.
Mein Kurs, geschmückt mit dem wundervollen Namen "New Product Development" (mmmhh... ein Name wie Erdbeeren mit Sahne) wurde von einer Professorin mit gelben (??) Schweissrändern, irgenwelchen Tattoos und Zungenpiercing gehalten. Ihr harter amerikanischer Akzent und das typisch laute und einfach sehr amerikanische Gerede war zwar recht unterhaltsam, wurde aber dank einer Heizung auf Vollgas mit jeder Minute anstrengender.

Die Heizung war so heiß, dass ich mich nach (wem immer auch sei Dank verfrühtem) Ende der "Class" an meiner auf der Heizung abgelegten Jacke fast verbrannt hätte.
Fast schon Pflicht für jeden modernen "Studenten" ist es ja, in jedem Kurs irgendwas zu präsentieren, was man vorher mit seiner Gruppe "geresearcht" hat. Was früher mal willkommene Abwechslung war, ist mittlerweile derart inflationär verbreitet, dass man sich teilweise einfache Frontalvorlesungen oder normale Diskussionsrunden zurück wünscht.

Gut, es war ja schon bald zuende und man entschloss sich, ein wenig durch Manhattan zu ziehen, dass um die frühe Nachmittags erstaunlich ruhig sein kann.
Nach dem Besuch einer sehr guten Pizzeria neben dem Berkeley College Führerbunker und eines Bürobedarfsgeschäftes musste man noch zu Macy´s, dem Kaufhaus - bekannt aus Funk und Fernsehen.

Man könnte wohl mit all den Klamotten die dort herumliegen Afrika zwar nicht ernähren, aber zumindest sehr chic einkleiden. In einer der Herrenabteilungen gibt es zwar knapp 123.852 Krawatten in jeder möglichen (und unmöglichen) Farbe, jedoch keine Bücher. Also fuhr man mit der ältesten Rolltreppe (aus Holz) bis ganz nach oben um feststellen zu müssen: Macy´s verkauft keine Bücher!

Die Überraschung kann ich vorweg nehmen, wir haben es überlebt. So gerade noch!

Zuhause machten die Damen des Hauses noch einen Auflauf, ansonsten endete mein 23. Geburtstag, nach dem ich nun mit 22 Jahren stramm auf die 30 zugehe damit, dass Ugarte von den Schergen Renaults verhaftet wurde um... nein...Moment... das war in "Casablanca", wir guckten Fernsehen, das war alles. Ja genau, wir guckten einfach nur Fernsehen!Ganz normal, nur dass einer ein Jahr älter wurde.

Zufällig wurde an diesem Tag, mit ein paar kleinen Problemen ein neuer amerikanischer Präsident vereidigt.
Die generell ein wenig aufgedrehten amerikanischen Freunde scheinen davon so begeistert, dass sie noch mehr rumlaufen wie 9 Jährige Pänz, die sich an Salvatores extra-starkem Espresso gelabt haben.
Das Trara, das hier um solche Geschichten gemacht wird, auch das offizielle Protokoll, scheint zunächst sehr überzogen, aber eigentlich wünscht man sich ab und an auch bei uns ein wenig mehr Identifikation mit den eigenen Farben, mal eine schöne Parade oder mehr öffentliche Auftritte des Wachbattalions, was aber wohl noch zu "Autobahn" wäre.


Verstärkt dadurch, dass der neue Präsident ein halber Schwar...nein farbig, entschuldigung ein wenig mehr maximal pigmentiert, aber nicht ganz...halt Sub-Sahara, also halt anders, aber gleich natürlich. Also die Eltern sind halt woanders her und der ist halt so als wenn ich im Schatten stehe... ihr wisst schon was ich meine.
Furchtbar diese Political Correctness!!
Amerika hat nun also endlich seinen halb-schwarzen Hoffnungsträger, mal sehen was es bringt. Toll anhören tut es sich ja schon mal ;-) Der ein oder andere "deutsche" Gutmensch wird sich aber vermutlich noch wundern!


Bis in Bälde und Gruß in die Heimat, vor Allem nach Köln!

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